Was ist MS

Die Diagnose

Die meisten Menschen haben schon einmal von Multiple Sklerose als Erkrankung gehört, sich aber nie weiter damit beschäftigt. Und plötzlich sitzt du selbst mit Symptomen und Ausfallerscheinungen beim Arzt oder im Krankenhaus. Nach diversen Untersuchungen bekommst du dann irgendwann die Diagnose MS. Das ist natürlich erst einmal ein Schock. Das Worst-Case-Szenario ist eingetreten und du fällst aus allen Wolken.

Wenn du dich dann intensiver mit der Erkrankung auseinandersetzt, wirst du früher oder später auf ziemlich deprimierende Bilder und Informationen stoßen. Du wirst Statistiken finden welche dir sagen, dass du eine fifty-fifty Chance hast nach ca. 10 bis 20 Jahren im Rollstuhl zu sitzen, zu erblinden oder sonstige körperliche Einschränkungen zu erleiden. Vielleicht kennst auch persönlich bereits jemanden mit dieser Erkrankung. 

Die Diagnose einer MS ist gerade im Anfangsstadium schwierig, da viele Beschwerden auch im Zusammenhang mit anderen Krankheiten auftreten können. Eine gesicherte Diagnose beruht auf einer umfassenden Anamnese und einer Reihe von weiteren Untersuchungen. Dazu zählen neurologische Funktionstests, die Untersuchung der Nervenleitfähigkeit, die Lumbalpunktion und natürlich die Magnetresonanztomographie. Erst in der Gesamtbetrachtung der Untersuchungsergebnisse, sowie durch das Ausschließen anderer möglicher Ursachen wird dann die Diagnose MS gestellt. Typisch sind vor allem die entzündlichen Läsionen im Bereich des Gehirns oder des Rückenmarks.

Definition und Fakten

Multiple Sklerose ist eine zumeist schubförmig verlaufende, chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die das Gehirn und das Rückenmark betrifft. MS ist nicht ansteckend, und soweit man weiß auch nicht vererbbar. Die normale Lebenserwartung von Menschen mit MS unterscheidet sich nicht wesentlich von der Lebenserwartung gesunder Menschen. Leider ist MS aus schulmedizinischer Sicht bisher nicht heilbar. 

Schätzungen zufolge sind weltweit knapp 3 Millionen Menschen von MS betroffen. In Deutschland leben nach aktuellen Daten mehr als 280.000 Erkrankte. Jährlich erhalten weitere 15.000 Menschen die Diagnose MS. Frauen erkranken etwa doppelt so oft wie Männer. Die Erkrankung wird häufig aber nicht immer zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr festgestellt. 

MS zählt zur Gruppe der sogenannten Autoimmunerkrankungen. Das bedeutet, dass sich dein körpereigenes Abwehrsystem, welches dich ja eigentlich vor Krankheitserregern schützen soll, aufgrund einer fehlerhaften Programmierung gegen deinen eigenen Körper richtet. Das Immunsystem greift die Schutzschicht der Nervenfasern, die sogenannten Myelinscheiden an, was zu Störungen in der Signalübertragung führt, und dadurch eine Vielzahl neurologischer Symptome auslösen kann.

Die Symptome

Häufig treten motorische oder sensorische Störungen auf. Dazu zählen Lähmungserscheinungen, Koordinationsprobleme, Gangunsicherheit, Kribbeln auf der Haut, Taubheitsgefühle, Muskelschmerzen oder Spastiken. Weiterhin kann es zu Sehstörungen, Sprachstörungen, Tinnitus, Schwindel, Blasenschwäche oder sexuellen Funktionsstörungen kommen. 

Medizinisch ist ein Krankheitsschub relativ klar definiert durch das erstmalige oder erneute Auftreten von Symptomen, welche mindestens 24 Stunden lang anhalten. Zwischen zwei Schüben liegen zudem mindestens 30 Tage. Ebenso sollten die Symptome nicht durch andere körperliche Ursachen erklärbar sein.

Es gibt auch noch weitere von außen unsichtbare Symptome, wie allgemeine Erschöpfung, auch als Fatigue bekannt, kognitive Störungen, Einschränkungen der Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit und Konzentration sowie depressive Verstimmungen. Die Liste ist lang, die Symptome können von Kopf bis Fuß fast jede Region deines Körpers betreffen.

Die Ursachen

Die wirkliche Ursache von MS ist nach wie vor unbekannt. Es scheint so, dass mehrere Faktoren zusammentreffen müssen, um die Erkrankung auszulösen. Wie genau dies abläuft ist bislang noch nicht hinreichend geklärt, wird jedoch weiterhin intensiv erforscht. Mögliche Auslöser könnten eine frühe Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus, genetische Veranlagung, Vitamin-D3-Mangel, Nährstoffmangel, Lebensmittelallergien, Umweltgifte, eine aus dem Gleichgewicht geratene Darmflora, das Leaky-Gut Syndrom und noch einige mehr sein. 

Man muss verstehen, dass die Behinderungen welche durch die MS entstehen können, nicht allein aus der Zerstörung der Myelinschicht der Nervenfasern resultieren. Ebenso tragen der Abbau von Muskelmasse, auftretende Spastiken und weitere Faktoren dazu bei, wie bei einer Kettenreaktion. Sowohl die Ursache als auch die Auswirkungen der MS resultieren also aus einem komplexen Zusammenspiel vieler Faktoren. 

Der Verlauf

Zu Beginn verläuft die Erkrankung in den meisten Fällen schubförmig remittierend. Das bedeutet auf akute Krankheitsschübe folgen wiederum längere Phasen der Erholung und der teilweisen oder vollständigen Rückbildung der Symptome. Der schubförmige Verlauf geht jedoch bei etwa einem Drittel der Patienten nach 10 bis 20 Jahren in einen chronischen Verlauf mit anhaltender Verschlechterung der Symptomatik über. Sehr selten sind Patienten sogar von Beginn an von einem primär chronischen Verlauf betroffen, d.h. die Symptome und Einschränkungen nehmen ohne auftretende Schübe kontinuierlich zu.

Abseits aller fachlichen Definitionen gibt es immer auch ein sehr großes Spektrum im individuellen Erleben. Alles kann, nichts muss könnte man sagen. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn auch unabhängig von akuten Krankheitsschüben diverse Symptome kommen und gehen. Leider geht es für Ärzte häufig nur darum anhand einer Checkliste festzustellen, ob du per medizinischer Definition gerade einen Schub hast oder nicht. Da kann es frustrierend sein, wenn du trotz eindeutiger Beschwerden wieder nachhause geschickt wirst. Lass dich davon nicht verunsichern, sondern lerne auf deinen Körper und deine Intuition zu vertrauen. 

Übrigens ist es für Betroffene nicht hilfreich, und sogar hinderlich für den Heilungsprozess, sich nur noch mit Statistiken zu beschäftigen, oder den ganzen Tag nach Symptomen und Prognosen zu googeln. Oft gerät man genau dadurch in eine gedankliche und emotionale Negativspirale, aus der man dann nicht mehr so leicht herauskommt. Konzentriere dich also stattdessen lieber voll und ganz auf die Wiederherstellung deiner Gesundheit. 

 

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