Risikoreiche Ernährung

In der klassischen Medizin wird der Einfluss der Ernährung auf die menschliche Gesundheit, wenn überhaupt, oft nur oberflächlich erwähnt. Dein Hausarzt oder dein Neurologe werden dir deshalb wahrscheinlich auch keine Tipps zum Thema Ernährung geben. Dabei kann die richtige Ernährung zu einem der effektivsten Mittel im Ringen um die eigene Gesundheit werden, während die falsche Ernährung nicht nur eine der wesentlichen Ursachen für die Entwicklung von Krankheiten darstellt, sondern auch auf deren weiteren Verlauf Einfluss nimmt. 

Inhalt:

So sollte man gerade als MS-Patient sehr vorsichtig sein, was die allgemein gültigen Empfehlungen zu einer gesunden Ernährung angeht, wie sie etwa die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. herausgibt. Leider finden sich genau diese Empfehlung auch auf einschlägigen Internetseiten zum Thema MS, welche von der Pharmaindustrie oder anderen Vereinigungen als offizielle Informationsquelle betrieben werden. Dort wird dann beispielsweise zum täglichen Konsum von Brot und Milchprodukten geraten. Davon solltest du jedoch besser Abstand nehmen, und dich stattdessen konsequent an die folgenden Grundsätze halten. 

Hinweis: Natürlich wird dich ein Stück Torte allein nicht umbringen. Und wenn du aus Versehen mal ein Stück Käse isst, muss das nicht gleich den nächsten Schub bedeuten. Es wäre jedoch ein Irrtum zu glauben, dass die häufig empfohlene 80:20 Regel oder das bewusst regelmäßige Einlegen von Cheat Days, d.h. geplanten Ausnahmen, dich zum gewünschten Ergebnis führen werden. 

Verzichte auf Milchprodukte

Als erstes solltest du sämtliche Milchprodukte von deinem Speiseplan entfernen. Dazu zählen reine Kuhmilch, Käse, Frischkäse, Joghurt, Quark sowie sämtliche Speisen welche aus Kuhmilch hergestellt sind oder diese auch nur in kleinsten Mengen enthalten. Hier gilt es beim Einkaufen oder im Restaurant wirklich achtsam zu sein. 

Der Genuss von Milchprodukten kann bei MS-Patienten sowohl die Symptome als auch den Verlauf der Erkrankung negativ beeinflussen. Das in Kuhmilch enthaltene, körperfremde Protein Casein ähnelt in seiner Struktur genau den körpereigenen Proteinen, welche an der Bildung der Myelinschicht der Nervenfasern beteiligt sind. 

Wenn dein Körper nun eine Allergie gegen Casein entwickelt, was sehr häufig vorkommt, dann kommt es dadurch eventuell auch zu einer fehlgeleiteten Immunreaktion. Dein Körper greift sich selbst an und der Entzündungsprozess wird in Gang gesetzt. Dieser Mechanismus wurde in Tierversuchen nachgewiesen, und anhand von Erfahrungsberichten von MS-Patienten bestätigt. 

Verzichte auf Gluten

Du solltest weiterhin alle glutenhaltigen Nahrungsmittel meiden, also sämtliche Getreidesorten, die nicht ausdrücklich als glutenfrei gekennzeichnet sind. Brot, Nudeln, Seitan, Kuchen, Gebäck, Kekse und viele weitere Lebensmittel enthalten heutzutage Gluten. Achte beim Einkaufen oder beim Restaurantbesuch stets genau auf die Zutatenliste, und mache am besten einen großen Bogen um die Konditorei an der Ecke. Gluten kann sogar in Aufschnitt, Dressing, Sojasauce und vielen anderen Produkten enthalten sein. 

Gluten wird auch als Klebereiweiß bezeichnet. Es ist in vielen konventionellen Getreidesorten enthalten, besitzt selbst nur einen geringen Nährwert, hat jedoch stabilisierende Eigenschaften und erleichtert beispielsweise das Brotbacken.

Die in Gluten enthaltenen Proteine tragen über verschiedene Mechanismen zur Entzündung der Darmschleimhaut, zur Öffnung der Darmbarriere sowie der Blut-Hirn-Schranke bei, was einige der Hauptfaktoren für die Entstehung von Autoimmunerkrankungen sein können. Oft besteht bei MS-Patienten auch eine tatsächliche Unverträglichkeit gegenüber Gluten, ohne dass sie davon wissen, da die Symptome sehr unspezifisch sind.

Reduziere die Aufnahme von Zucker

Industriezucker, auch raffinierter Zucker genannt, ist heutzutage in nahezu sämtlichen verarbeiteten Lebensmitteln enthalten. Von raffiniertem Zucker spricht man, wenn es sich um isolierten Zucker handelt, der aus vollwertigen Lebensmitteln wie etwa Zuckerrüben extrahiert wurde. Isolierter Zucker tritt in Form der Einfach- und Zweifachzucker Glukose, Fruktose oder Saccharose auf.

Leider wirkt Zucker wie ein Katalysator für Entzündungsprozesse im Darm und im gesamten Körper. Er beeinflusst die Zusammensetzung des Mikrobioms negativ, was wiederum die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut erhöht, auch als Leaky-Gut-Syndrom bezeichnet.

Zucker liefert keinerlei Nährstoffe oder Vitamine, sondern entzieht diese dem Körper zusätzlich. Der Körper benötigt etwa besonders viele B-Vitamine um Zucker zu verdauen. Jene B-Vitamine sind bei MS jedoch von großer Bedeutung, denn sie schützen vor allem die Nervenzellen und das Gehirn, und versorgen die Zellen mit Energie.

Reduziere deinen Zuckerkonsum also wo immer es geht. Verzichte am besten vollständig auf Fertigprodukte oder achte zumindest darauf, dass sie möglichst wenig Zucker enthalten. Auf die MS und auf deine Gesundheit insgesamt wird sich dies in jedem Fall positiv auswirken. 

Reduziere die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren

Gesättigte Fettsäuren erhöhen den Cholesterinspiegel im Blut. Dadurch steigt etwa das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie werden außerdem mit einer Veränderung der Darmflora und einer erhöhten Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke in Verbindung gebracht. Es gilt als erwiesen, dass eine hohe Zufuhr an gesättigten Fettsäuren generell ungünstige Auswirkungen auf die Gesundheit hat, und damit auch den Verlauf der MS negativ beeinflussen kann. Daher sollte die Aufnahme möglichst geringgehalten werden. 

Der Fettsäuresättigungsstatus und die Länge einer Fettsäure beeinflussen, ob Fettsäuren eine Entzündung fördern oder unterdrücken. Hier unterscheidet man zwischen kurz-, mittel- und langkettigen Fettsäuren. Zudem entscheidet das Verhältnis verschiedener Fettsäuren im Körper darüber, wie sie in die Zellmembran eingebaut werden und dort Signalwege aktivieren.

Man findet gesättigte Fettsäuren vor allem in Milchprodukten, Käse, Butter, Palmöl, industriell verarbeiteten Wurst- und Fleischerzeugnissen, aber auch in Schokolade und anderen Süßwaren, sowie in vielen Fertigprodukten. 

Weiterhin ist es wichtig, die Aufnahme von Transfetten zu reduzieren, welche zu den ungesättigten Fettsäuren gehören, denn diese erhöhen ebenfalls den Cholesterinspiegel. Sie entstehen, wenn ursprünglich gesundes Pflanzenöl industriell gehärtet oder sehr stark erhitzt wird, wie etwa in der Fritteuse. Sie verstecken sich in Chips, Margarine, Backwaren oder Pommes.

Was gibt es noch zu beachten

Der Verzehr von glutenfreien Backwaren, von Hülsenfrüchten, von Kohlenhydraten und stärkehaltigen Gemüsesorten wie Kartoffeln, und auch von natürlichen Süßungsmitteln sollte möglichst gering gehalten werden. Denn je mehr du davon zu dir nimmst, desto mehr ungesunde Bakterien und Hefen bilden sich in deinem Darm, welche dein Mikrobiom aus dem natürlichen Gleichgewicht bringen können. Gleichzeitig wirken die meisten dieser Lebensmittelsorten im Körper entzündungsfördernd.

Hier kommt es auch darauf an, dich selbst und deine Symptome genau zu beobachten. Wenn du feststellen solltest, dass es dir nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel schlechter geht, dann lasse sie besser vollständig weg oder reduziere sie soweit wie möglich. 

 

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